Di
15
Dez
2009
von Grit Scholz
Die Schönheitsoperationen im Genitalen Bereich bei Frauen haben in den letzten Jahren extrem zugenommen. Genau Zahlen gibt es nicht, aber nach Gesprächen mit einigen Schönheitschirugen, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben, wurde deutlich, dass die Anzahl der genital-OPs der Anzahl der Brust-OPs beginnt Konkurenz zu machen.
Meine kritschen Fragen an die Mediziner - warum sie überhaupt genitale Schönheits-OPs anbieten, warum sie Schamlippen kürzen, oder ganz entfernen und andere fast unglaublich anmutende Dinge tun, wurden damit beantwortet, dass es die Frauen selber wären, die unbedingt diese Korrekturen wünschen.
Das Ganze nennt sich dann Geniatlästhetik - für mich kaum zu fassen.
Hier ein Beispiel von einem Schönheits-Chirurgen aus Leipzig, der ehemals als Gynäkologe tätig war.
Die LVZ veröffentlichte im Dezember 2009 diesen Artikel, groß und breit, direkt auf einer Frontseite.
Mir stellt sich die Frage, wie es sein kann, daß ein Medium, wie die LVZ - so etwas veröffentlicht und dann noch mit einer so direkten Platzierung und nicht in einer Randspalte als Kuriosität.
Hier zeigt sich, dass scheinbar unsere Kultur und Gesellschaft die freiwillige Beschneidung von Erwachsenen Frauen unterstützen möchte, wobei parallel immer öfter vom "Kampf gegen Beschneidung und Genitalverstümmelung in der s.g. 3. Welt" gesprochen und geschrieben wird.
Wie kann eine Gesellschaft, die selbst weit davon entfernt ist, die Weiblichkeit zu verehren und die gesunde Natürlichkeit der weiblichen Genitalien zu wertschätzen und zu erhalten - anderen Kulturen Vorschriften machen wollen?
In der westlichen Welt wird das weibliche Geschlecht auf seine sexuellen Reize reduziert - diese Reize sind so wesentlich, dass die gesunde Funktion dafür gern geopfert wird. Denn eine Frau mit Narben im genitalen Bereich hat oft sexuelle Empfindungsstörungen, Schmerzen und Probleme bei der natürlichen Geburt. So wie auch ein künstlicher Busen nur wenig taugt, um ein Kind zu stillen.
Daran wird sichtbar, wie weit wir uns von dem entfernt haben - was ursprünglich und lebensspendend und erhaltend ist. Denn die weibliche Schöpferkraft, die Verbundenheit mit den natürlichen körperlichen Prozessen wird dadurch verachtet und verhindert. Wirklich Frau sein, ist dabei nicht mehr möglich.